Burgbräu Lisberg
Burgberg 7 
96170 Lisberg

 

Braustätte seit 1756

Einstellung des Braubetriebs 1989

 

 

 



Biersorten: Vollbier, Märzen, Pils, saisonal Bock, Festbier

 

- 1756 Gründung der Brauerei

- 1900 kauft Kaspar Bayer die Brauerei

- 1927 stirbt Kaspar Bayer

- bis ca. 1960 Michael Bayer (Sohn)

- bis 1988 Hans Bayer

- 1989 Einstellung des Brauereibetriebs, Lohnsud bei Leiner-Bräu Förtschendorf

- 1994 Verkauf des Anwesens, auch die Gaststätte wird nicht mehr betrieben

Das Anwesen mit der alten Hausnummer 49 wurde im Jahr 1900 von Kaspar Bayer (*10.10.1857 +23.7.1927) und seiner Frau Maria Bayer, geb. Harzmann (*8.8.1859 +12.2.1938) erworben. Kaspar Bayer war Brauer und machte aus dem Anwesen die Dampfbrauerei Kaspar Bayer mit Wirtschaftsbetrieb. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, unter anderem Michael Bayer (*29.4.1902 +14.4.1974), der die Brauerei erbte. Mit seiner Frau Katharina, geb. Walz (*23.5.1903 +16.12.1988) erweiterte er die Wirtschaft um einen Saal. Der Saal entstand ungefähr Ende der 1920er Jahre für Tanz und Theater. Bekannte Künstler traten hier auf, wie zum Beispiel Ferdl Weiß aus München. Auch die Hitlerjugend nutzte den Saal.

Das Ehepaar Michael und Katharina Bayer hatte drei Kinder: Erika, Hans und Inge. Hans Bayer (*27.5.1927 +17.7.1992) lernte Brauer und machte seine Meisterprüfung. Er bildete später viele Männer zu Brauern aus. Mit seiner Frau Erna, geb. Uch (*15.3.1932 +16.3.1991) übernahm er Anfang der 1960er Jahre den Betrieb und erweiterte ihn nach und nach um ein neues Sudhaus und eine Abfüllerei. Hier fanden einige Lisberger Frauen einen Arbeitsplatz.

 

Die gute Küche von Erna und Katharina Bayer war über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Besondere Spezialitäten waren unter anderem der Wildschweinbraten, die Karpfen und der Kartoffelsalat. Anfang der 1960er Jahre wurde der Saal an die Firma Striwa (Strickwaren Wagner) vermietet. Hier entstanden Arbeitsplätze für Frauen aus den umliegenden Orten. Sie wurden mit VW-Bussen zu ihrer Arbeitsstelle gebracht. Die Bügelmaschine stand auf der Bühne des Saales. Später wurde der Saal an die Firma Rofa vermietet, bis ungefähr Ende der 1970er Jahre.

Das Ehepaar Hans und Erna Bayer hatte drei Töchter: Ingrid, Carola und Doris. Um 1984 wurde die Abfüllerei zum Pils-Pub umgebaut. 1988 übernahm Tochter Ingrid mit ihrem Mann Detlef Saft den Betrieb. Das ganze Anwesen wurde 1994 veräußert. Brauerei und Wirtschaft werden nicht mehr betrieben. Der Saal wurde zu Wohnungen umgebaut.

 

Mit der Gebietsreform 1978 änderte sich die Adresse und aus Hausnummer 49 wurde "Burgberg 7". Ein Felsenkeller existiert noch heute. Es soll auch einen unterirdischen Gang bis zur Burg gegeben haben, der verschüttet ist.

 

(Quelle: Historischer Kalender der Kulturhistorischen Arbeitsgemeinschaft Lisberg e.V.)

Die Bierdeckel der Burgbräu Bayer Lisberg

Die Bieretiketten der Burgbräu Lisberg

Bei der Beschaffung nachfolgender Abbildungen haben mich die Sammelfreunde Michael Benkert (Fotos), und Dr. Christian Fiedler (Flaschen) unterstützt