Brauereigeschichte

der Stadt Bamberg

 

alte Bierdeckel der Stadt Bamberg gibt es hier

 

Bamberg kann sich zurecht als "die wahre Hauptstadt des Bieres" bezeichnen - und zwar nicht nur deutschland- sondern weltweit. In der Stadt selbst und im näheren Umkreis gab und gibt es die höchste Brauereidichte der Welt. Aktuell kann die Stadt Bamberg 10 gewerbliche Brauereien vorweisen.

Aber auch vor der konservativ und kirchlich geprägten Gärtnerstadt Bamberg machte das Brauereisterben nicht Halt: Von etwa 65 Brauereien im 19. Jahrhundert ging die Zahl der brauenden Betriebe bis zur Jahrhundertwende auf 35 zurück. Vor allem die Folgen des ersten Weltkrieges und die nachfolgende Weltwirtschaftskrise bedingten 15 weitere Brauereischließungen:

 

1905 wurde die Brauerei Ströberla nach dem Tod von Kaspar Schuberth abgemeldet,

1915 fiel die Genossenschaftsbrauerei für Bamberg und Umgebung einem Brand zum Opfer,

1916 gaben die Brauereien Prinz Karl und Blümlein auf,

1917 die Brauerei Weiße Taube, die Brauerei Specht und die Karmeliterbräu von Josef Stolbinger.

1918 ging die Brauerei Himmelsleiter in Konkurs, die Brauerei Storch wurde stillgelegt und die Brauerei Steinernes Haus von der Hofbräu Bamberg übernommen.

1919 musste die Bären- und Eckenbüttnerbräu AG (1906 fusioniert) aufgrund von Unregelmäßigkeiten und Schicksalsschlägen schließen,

1921 gab Leonhard Sendner die Brauerei Schlüssel auf,

1922 schloss die Brauerei Großkopf,

1934 meldete Willy Maex Konkurs für die Brauerei Blauer Löwe an und wurde von der Brauerei Polarbär übernommen.

1935 gab die Brauerei Murrmann am Jakobsberg nach kurzer Wiederbelebung endgültig auf.

 

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Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges war die Zahl der Bamberger Brauereien auf 20 geschrumpft, weitere Betriebsaufgaben folgten:

 

1945 wurden die Brauereien Kleebaum und Kaiserwirt durch Bombeneinschläge zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

 

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1947 gab Konrad Reinlein die Brautätigkeit im Mohrenpeter auf,

1953 folgte die Brauerei Riegelhof,

1957 die Brauerei Ringlein,

1968 schlossen die Brauereien Röckelein und Michaelsberg (heute Fränkisches Brauereimuseum).

1971 verkaufte die Brauerei Doppel, die bis 1960 die Brauerei Einhorn gepachtet und 1961 am oberen Kaulberg neu gebaut hatte, an Hacker-Pschorr München.

Im selbem Jahr beendete die Wilde Rose ihre Brautätigkeit und wurde die nächsten Jahre von Kaiser/Neuhaus beliefert.

1977 ging die größte Bamberger Brauerei, die Hofbräu AG im Patrizier-Konzern unter,

1994 wurde die Bamberger Löwenbräu (bis 1965 Polarbär- und Blaulöwenbräu) einem Immobilienprojekt geopfert und

2008 meldete die Brauerei Maisel Insolvenz an.

 

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Es blieben somit bis heute immerhin noch 8 Traditions-Brauereien:

 

1. Brauerei Kaiserdom Gaustadt

2. Brauerei Fäßla

3. Brauerei Greifenklau

4. Brauerei Keesmann

5. Klosterbäu

6. Mahrs-Bräu

7. Brauerei Schlenkerla

8. Brauerei Spezial

 

Die dezimierte Brauereilandschaft der Stadt Bamberg wurde aber auch durch Neugründungen wieder erweitert:

 

9. Ambräusianum (seit 2004)

 

10. Erlkönig (seit 2016)

Der Brauerei-Name in Bamberg mit dem wahrscheinlich kürzesten Leben: Seit 17.September 2016 heißt der Erlkönig nun Kronprinz.

Damit sind die Erlkönig-Bierdeckel schon historisch!

 

Hinzu kommt noch als quasi 11. Brauerei die Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann

 

Erwähnt seien auch noch zwei untergegangene Brauereien in den 1972 eingemeindeten Stadtteilen Gaustadt und Bug:

bis 1918 braute Adam Bayerlein im "Oberen Wirtshaus" zu Gaustadt und bis 1959 war die Brauerei Aumüller in Bug ein beliebtes Ausflugsziel der Bamberger.

 

Detaillierte Informationen über die einzelnen Bamberger Brauereien können dem Buch "Bamberg, die wahre Hauptstadt des Bieres" von Chrisian Fiedler entnommen werden.