Brauereigeschichte

der Stadt Kulmbach

 

alte Bierdeckel der Stadt Kulmbach gibt es hier

 

Kulmbach mit der Plassenburg und rund 27.000 Einwohnern kann auf eine große und lange Brautradition zurückblicken, wenn auch heute nur noch ganze zwei Brauereien übrig geblieben sind: Die Kulmbacher Brauerei AG und die Kulmbacher Kommunbräu.

 

Die kurzen Verbindungswege nach Sachsen und Thüringen hatten in Kulmbach schon vor dem Bau der Eisenbahn im Jahr 1848 zu einer regen Bierexport-Tätigkeit geführt. Nach dem Gleisanschluß kam es zu einem regelrechten Export-Boom in der kleinen fränkischen Industriestadt und zur Gründung mehrerer Großbrauereien. Um 1900 setzte sich die Kulmbacher Brauerei-Landschaft

 

aus 6 Großbrauereien:

 

1. Erste Kulmbacher Aktienbrauerei

2. Reichelbräu

3. Petzbräu

4. Rizzibräu

5. Sandlerbräu

6. Mönchshofbräu

 

und 9 Kleinbetrieben zusammen:

 

1. Michael Angermann

2. Adolf Christenn

3. Leonhard Eberlein

4. Gebrüder Fleischmann

5. Matthäus Hering

6. Andreas Ludwig, Kommunbrauer

7. Christian Pertsch

8. Georg Pöhlmann

9. Louis Weiß, Inhaber Heinrich Weiß

 

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um 1906/07 stellten Angermann und Hering den Betrieb ein und die Brauerei Eberlein wurde von der Kapuzinerbräu aus Mainleus übernommen, die fortan ihren Sitz nach Kulmbach verlegte.

1909 wurde der Betrieb von Adolf Christenn aufgelöst.

1910 gab der letzte Kommunbrauer Andreas Ludwig auf, im gleichen Jahr wurde die Brauerei Fleischmann versteigert und vom neuen Besitzer in Markgrafen-Bräu GmbH umbenannt.

 

Der erste Weltkrieg und die Wirtschaftskrise sorgten für eine weitere Konzentration der Kulmbacher Brauindustrie:

 

1916 übernahm Markgrafenbräu die Brauerei von Louis Weiß und 1918 die Brauerei Pertsch.

1919 stellte die Kapuzinerbräu AG ihren Betrieb ein und wurde aufgelöst.

1922 gab die Brauerei Pöhlmann auf und verkaufte ihr Braukontingent an die Erste Kulmbacher Aktienbrauerei.

Nach dem Ende aller Kulmbacher Kleinbrauereien erwischte es dann auch die ersten "Großen":

1923 mußte die Petzbräu AG verkaufen und ging zur Hälfte an Reichel bzw. Rizzibräu.

1930 wurden Rizzibräu und Markgrafenbräu von der Reichelbräu übernommen.

 

Übrig geblieben waren die großen 4 Brauereien, die über viele Jahrzehnte das Bild der Kulmbacher Brauereilandschaft prägten:

 

1. Erste Kulmbacher Aktienbrauerei EKU

2. Reichelbräu

3. Mönchshofbräu

4. Sandlerbräu

 

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Ab 1980 setzten dann weitere Konzentrationsprozesse ein, die letztlich zur Verschmelzung aller Brauereien zu einem einzigen Betrieb führten:

1980 wurde die Sandlerbräu von Reichelbräu übernommen.

1984 schlossen sich Reichelbräu und Mönchshof zusammen.

1996 schließlich übernahm die Reichelbräu die Erste Aktienbrauerei Kulmbach.

 

1997 firmierte die Reichelbräu AG um in Kulmbacher Brauerei AG.

Die Gebäude der Sandlerbräu wurden abgebrochen, Mönchshof zum Bayerischen Brauereimuseum umgewandelt.

 

1990 gründeten Kulmbacher Bürger die Kulmbacher Kommunbräu und bauten die Limmersmühle zu einer neuen Brauerei mit Gastwirtschaft um.

 

Zwei weitere Brauereien im erweiterten Stadtgebiet von Kulmbach sollen nicht unerwähnt bleiben:

Die Schweizerhof-Bräu im Stadtteil Ziegelhütten stellte 1992 den Braubetrieb ein, Hans Kern im 1976 eingemeindeten Kirchleus hatte bereits 1922 seine Exportbier-Brauerei aufgegeben.

 

Seit 2015 gibt es im Kulmbacher Stadtteil Metzdorf die Gasthausbrauerei Zum Gründla.

 

Die Informationen wurden zum Teil dem Buch "Das Bierbrauen in Kulmbach" von Bernd Winkler (CHW, Lichtenfels 2014) entnommen.

 

 

 

Alte Bierdeckel aus Franken [-cartcount]