Brauereigeschichte

der Stadt Forchheim

 

alte Bierdeckel der Stadt Forchheim gibt es hier

 

Die etwa 30.000 Einwohner zählende Kreisstadt Forchheim gilt als "Tor zur fränkischen Schweiz". Was die Brauereikultur anbetrifft, ist die Nähe zu Bamberg unverkennbar. Noch heute gibt es vier eigenständige Brauereien und ähnlich wie in der benachbarten Domstadt zeichnete die eher kleinbetriebliche Struktur des Brauwesens dafür verantwortlich, dass sich Großbetriebe aus Nürnberg oder Kulmbach wenig um Ausschaltung von Konkurrenz bemühten. Außerdem hatten die ansässigen Brauereien lange den Vorteil der günstig gelegenen Keller im Kellerwald mit dem seit 1840 stattfindenden Annafest.

 

Dass es in Forchheim dennoch Brauereischließungen gab, lag eher an privaten, familiären und betriebswirtschaftlichen Gründen, zum Teil auch kriegsbedingt. So gaben sämtliche Kommunbrauer bis zum Ende des ersten Weltkrieges auf und von den 15 Privat-Brauereien, die um 1900 noch existierten, beendeten weitere 8 ihre Brautätigkeit:

 

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1912 stellte Mayer den Betrieb ein,

1913 folgte Windolph, beide Brauereien hatten nur für den Ausschank in der eigenen Gaststätte produziert.

1917 übernahm Schneider von der Brauerei Fäßla das Brauhaus Forchheim, wo alle Söhne im Krieg gefallen waren.

1919 gab die Brauerei Krone unter dem letzten Besitzer Johann Hack auf, im gleichen Jahr die Brauerei Kargus in der Dreikirchenstraße.

1921 folgten die Brauerei Müller und

1923 die Brauerei Schneider - Grund waren Nachfolgeprobleme und Erbstreitigkeiten.

1940 mußte die Weiß-Tauben-Bräu schließen, weil der Besitzer Max Link zum Kriegsdienst eingezogen wurde und danach aufgrund gesundheitlicher Probleme die Brauerei nicht reaktivieren konnte.

 

Übrig geblieben waren im Jahr 1945 diese 7 Brauereien:

 

1. Brauhaus Forchheim

2. Brauerei Eichhorn

3. Braurei Greif

4. Brauerei Hebendanz

5. Brauerei Neder

6. Brauerei Schindler

7. Schwanenbräu Wohlhöfner

 

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Bis Stand heute gaben drei weitere Brauereien auf:

 

1964 verkaufte die Schwanenbräu Ecke Paradeplatz/Hauptstraße ihr Kontingent an St. Georgen Buttenheim.

1981 hörte die Brauerei Schindler auf, weil sie am beengten Standort im Stadtzentrum nicht expandieren konnte.

1994 wurde das Brauhaus Forchheim an die Brauerei Wolfshöhe verkauft und 2016 abgerissen.

 

So verblieben der Stadt Forchheim bis heute diese 4 Privatbrauereien:

 

1. Brauerei Eichhorn

2. Brauerei Greif

3. Brauerei Hebendanz

4. Brauerei Neder

 

Die Informationen wurden zum Teil dem Buch "Forchheim in Geschichte und Gegenwart" von Hermann Ammon (Universitäts-Verlag Bamberg 2005) entnommen.