Die Brauereien in Trosdorf

Von 1975 bis 1978 bildete Tütschengereuth mit Trosdorf eine selbstständige Gemeinde. Aus einer intensiv geführten Bürgermeisterwahl ging Brauereibesitzer Alfred Wachter aus Trosdorf als Bürgermeister hervor. Er setzte sich gegen den Tütschengereuther Kandidaten Walter Groß durch. Alfred Wachter wurde später auch Bürgermeister der Gemeinde Bischberg.
Brauereien gab es in Trosdorf eigentlich 3, wobei die Brauerei auf der ehemaligen Hausnr. 37 (Auffahrt zum Krönersberg) bereits Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr existent war und deshalb für uns Sammler weniger interessant ist. Sie wird hier nicht weiter erwähnt.
1. Brauerei Wachter
Die Brauerei Wachter war von allen Brauereien im Gemeindebereich Bischberg die größte und bedeutendste. Auf dem Haus mit der alten Hausnr. 22 bestand von alters her ein Brau- und Schenkrecht. Im Jahr 1848 kaufte Christoph Wachter das Anwesen von Jos. Held, der zuvor Wasserwirt in Bischberg gewesen war. Seitdem ist die Brauerei in Familienbesitz und kam über Johann Wachter (1888) an wiederum Johann Wachter (1919) und schließlich 1967 an Alfred Wachter. Die Brauerei blühte auf und wurde schließlich für Großbrauereien interessant. 1974 kaufte sich die Sandlerbräu Kulmbach ein und 1975 wurde der Braubetrieb in Trosdorf endgültig eingestellt. Danach wurde einige Jahre von der Mönchsbräu Helmbrechts, die ebenfalls zur Sandlerbräu Kulmbach gehörte, Flaschenbier mit Etiketten "Wachter-Bräu Trosdorf" hergestellt und in Supermärkten in ganz Deutschland vertrieben.
Es gab von der Brauerei Wachter wirklich alles, was das Sammlerherz begehrt: Vom Aschenbecher mit Aufdruck des Brauereiwappens bis zum Hinterglasschild oder Zündholzetikett. Die zeitlich von links nach rechts abgebildeten Bierdeckel stellen einen Streifzug von Anfang der 30er bis Mitte der 70er Jahre dar.
2. Brauerei Steuer
Die Brauerei Steuer ist seit 1884 im Besitz der Familie Bayer/Steuer, die auch heute noch den Gaststättenbetrieb weiterführt. Das Anwesen mit der alten Hausnr. 9 war michelsbergischer Besitz und hatte wohl immer schon das Brau- und Schenkrecht inne. Durch die Heirat der Witwe Anna Hofmann mit Georg Steuer aus Kreuzschuh im o.g. Jahr kam der Hof schließlich in die Hände der heutigen Besitzer. Fritz Steuer führte die Brauerei von 1933 bis 1960, sein Sohn Johann Steuer bis 1968. Danach wurde der Braubetrieb eingestellt und man führte Bier der Schloßbräu Trabelsdorf. Nach deren "Fast-Zusammenbruch" gibt es jetzt Maisel-Biere aus Bamberg.
Von der Brauerei Steuer sind Krüge, geprägte Flaschen, Bierdeckel und Etiketten bekannt.
(Quellen: Historisches Brauereiverzeichnis Deutschland M. Friedrich, OrtschronikTrosdorf)